Insolvenz der Luana Energy

Massive Umstrukturierungen und nun eine Pleite
Anlegende bei Luana sind massiv alarmiert
Anlegende bei Luana sind massiv alarmiert

Über 1.600 Anlegerinnen und Anleger vertrauten der Luana-Group aus Hamburg. Als ökologischer Energieversorger bezeichnet sich das Emissionshaus, das über vielfältige Modelle Geld einsammelte. Emittiert wurden geschlossene Fonds, börsennotierte Anleihen und partiarische Darlehen. Seit längerem sind Probleme bekannt und nun ist mit der Luana Energy GmbH eine ehemals wichtige Gesellschaft in die Insolvenz gerutscht (Amtsgericht Hamburg: 67c IN 270/25). Direkt betroffen ist eine börsennotierte Anleihe, für andere Luana-Anlagen gilt höchste Alarmstufe.

Luana Energy GmbH
Marcus Florek und Marc Banasiak gründeten im Oktober 2018 die Luana Asset GmbH als Tochtergesellschaft der M&M Holding GmbH. Im Jahr 2020 wurde sie an die M&M-Tochter Luana AG übertragen. Aus der Luana Asset wurde 2023 die Luana Energy GmbH, die im selben Jahr auch mit der Luana Energy GmbH & Co. KG verschmolzen wurde. Damit sind die 2016 emittierten Inhaberschuldverschreibungen (ISIN: DE000A169ND0 / WKN: A169ND) unmittelbar von dem kürzlich eingeleiteten Insolvenzverfahren betroffen. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Matthias Wolgast. Die beiden Gründer schieden 2023 beziehungsweise 2024 als Geschäftsführer aus. Im Juni 2024 veräußerte die Luana AG zudem die Gesellschaftsanteile an Tommy Yaralov und Sinan Bezek. Yaralov ist inzwischen ausgeschieden, sodass Bezek alleiniger geschäftsführender Gesellschafter ist. Auf Nachfragen verweist Marcus Florek lediglich darauf, zur Insolvenz keine Auskunft geben zu können, da die Luana Energy bereits seit Längerem nicht mehr zur Unternehmensgruppe der Luana gehöre.

LCF Grüne Energie
Die Luana Energy GmbH als Emittentin ist nicht die erste Insolvenz mit Luana-Bezug. Bereits im Februar kam es – aufgrund von Ende 2024 gestellten Eigenanträgen – zu fünf Insolvenzverfahren: betroffen sind die LCF Grüne Energie 1 GmbH & Co. KG (AG Hamburg, 67c IN 464/24), LCF Grüne Energie 2 GmbH & Co. KG (AG Hamburg, 67c IN 465/24), LCF Grüne Energie 3 GmbH & Co. KG (AG Hamburg, 67c IN 466/24), LCF Grüne Energie 4 GmbH & Co. KG (AG Hamburg, 67c IN 467/24) sowie deren Komplementärin LCF Grüne Energie Deutschland GmbH (AG Hamburg, 67c IN 463/24). Bei den vier GmbH & Co. KGs ist die Luana Energy neben der Erste Energy Invest GmbH als Kommanditistin beteiligt. Die Komplementärin gehört weiterhin zu 51 Prozent der Luana AG. Nach Angaben von Florek sollten bei diesen Insolvenzen keine Gelder von Anlegerinnen und Anlegern betroffen sein.

Luana AG
Wie es um die Luana AG als Mutterunternehmen bestellt ist, ist aktuell nicht bekannt. Der Jahresabschluss 2023 wies mit 3,9 Millionen Euro Eigenkapital bei 9,8 Millionen Euro Bilanzsumme eine grundsätzlich solide Eigenkapitalquote aus. In den vergangenen Jahren wurden jeweils kleine Gewinne ausgewiesen, wobei die veröffentlichten Jahresabschlüsse keine Gewinn- und Verlustrechnung oder andere aussagekräftige Detailinformationen enthalten. Die im Zuge der Verschmelzung mit der Luana Capital New Energy Concepts GmbH übernommene 5%-Luana-Anleihe 2019/2024 (ISIN: DE000A2YPES6) ist laut Einträgen im Anlegerforum Investmentcheck.Community (Zugang nach kostenloser Registrierung) seit Langem überfällig.

LCF Blockheizkraftwerke Deutschland
Luana bewarb eine Serie von Emittentinnen bis zur LCF Blockheizkraftwerke Deutschland 8 GmbH. Im Jahr 2024 wurden mehrere Gesellschaften verschmolzen; übrig blieb die Nummer 8 unter dem neuen Namen Luana Energieversorgung Deutschland GmbH. Diese Gesellschaft gehört seit gut einem Jahr der M&M Holding, also der Mutter der Luana AG. Geschäftsführer ist dort Marcus Florek, der Anfang Juli die AnlegerInnen über weiterhin ausbleibende Zinszahlungen informierte. Er sehe sich „mit erheblichen Verzögerungen konfrontiert, die die fällige Auszahlung der Zinsen für den Zeitraum vom 01.10.2024 bis zum 31.03.2025 nach wie vor beeinträchtigen“.

9,5 % crbn changer IHS 2025/2030
Trotz all dieser Entwicklungen versucht die Luana AG als Emittentin eine Inhaberschuldverschreibung mit einem Nominalzins von 9,5 Prozent zu platzieren. Die Rückzahlung soll am 14. Februar 2030 erfolgen, ein qualifizierter Nachrang ist nicht vereinbart. Trotz der Nichtrückzahlung der Luana-Anleihe 2019/2024 sind die Risiken im Produktinformationsblatt nur sehr allgemein gehalten. Ein Handel ist im Freiverkehr der Börse Frankfurt möglich (ISIN: DE000A4DE917). Das Emissionsvolumen auf bis zu 20 Millionen Euro begrenzt.

Loipfinger‘s Meinung
Aus meiner Sicht zeichnet der Fall Luana ein Muster aus Umfirmierungen, Verschmelzungen und Gesellschafterwechseln, das zusammen mit der nun eingeleiteten vorläufigen Insolvenz der Luana Energy GmbH, weiteren Insolvenzen im LCF-Umfeld und überfälligen beziehungsweise verzögerten Zahlungen ein erhebliches Governance- und Transparenzproblem signalisiert. Die knappen Auskünfte des Luana Managements stärken nicht das Vertrauen. Auch wenn die Luana AG zuletzt noch solide Eigenkapitalquoten auswies, stehen Anlegerinnen und Anleger angesichts der komplexen Struktur und der Liquiditätsanzeichen vor erhöhten Risiken für alle Luana-Anlagen. Die Platzierung einer neuen Anleihe erscheint angesichts der Nichtrückzahlung alter Wertpapiere völlig absurd. Luana wird von mir schon seit Jahren kritisch begleitet: zur bisherigen Berichterstattung

Nachtrag vom 23. Dezember 2025
Ende 2025 hat das Amtsgericht Schwarzenbek Sicherungsmaßnahmen verkündet und auch bei der Luana AG ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet (Aktenzeichen: 1 IN 195/25). 


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