Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

Vertriebsstopp aus Reputationsgründen

Commerzbank verkauft keine geschlossenen Fonds mehr

08.11.2016 • Es sind in erster Linie Reputationsgründe, warum die Commerzbank seit 1. Oktober 2016 den Vertrieb geschlossener Fonds im Privatkundengeschäft komplett eingestellt hat und laut der Pressesprecherin Marion Denner bewusst auf Erträge verzichtet. Das sagt viel über die Ergebnisse der Vergangenheit aus. Denn Angst um seine Reputation muss eine Bank nicht haben, wenn die Produkte eine zufriedenstellende Performance ausweisen würden. Und es sagt viel über die Zukunft aus: Die Commerzbank glaubt offenbar nicht, dass die BaFin-Überwachung bei der Produktqualität etwas verändert.

Weitere Texte

  • UDI bittet Anleger um Geduld »

    Statt sich vorwiegend um Altprobleme zu kümmern will Stefan Keller neue Geschäftsbereiche erschließen

    Der neue UDI-Chef Stefan Keller reagiert auf öffentliche Kritik mit einem zwölfseitigen Interview. Die Fragen stellen ein Medientrainer und sein neuer PR-Berater Klaus Kocks. Folgl ...

  • Anleger werden allein gelassen »

    DMI Deutsche Mikroinvest stellt Betrieb ein

    Die DMI Deutsche Mikroinvest wollte selbst zum führenden Marktplatz für Beteiligungen und Crowdinvesting werden. Daraus wird nichts mehr. Wie sie nun bekannt gab, stellt sie ihren ...

  • BaFin ist offenbar härter als Bundesbank »

    Tagex darf unerlaubte Bankgeschäfte umwandeln

    Die Tagex Technischer Handel GmbH & Co. KG hat im Sommer 2018 einen Verkaufsprospekt für qualifizierte Nachrangdarlehen in Höhe von 6,25 Millionen Euro erstellt. Ebenso wie das Ver ...

  • Einzelfälle oder UDI-typisch? »

    UDI nutzte neues Anlegerkapital, um alte Probleme zu kaschieren

    Auch wenn Georg Hetz sich von seiner UDI weitgehend verabschiedet hat, so werden Fragen aus seiner verantwortlichen Zeit bleiben. Dabei geht es vor allem um das System UDI, das der ...

  • Dramatische Umsatzeinbrüche in 2018 »

    Zuflüsse bei Publikums-AIF und Vermögensanlagen sinken um ein Drittel

    Die Anbieter von Publikums-AIF sowie auch von Vermögensanlagen mussten im vergangenen Jahr dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Bei den BaFin-überwachten Alternative Investmentfo ...

  • Erste Anklageerhebung im Fall P&R »

    Staatsanwaltschaft München vermutet gewerbsmäßigen Betrug

    Ein ungewöhnlich hohes Tempo legt die Staatsanwaltschaft München mit der Klageerhebung gegen Heinz R. vor. Ihm wird im Fall des Containeranbieters P&R der Vorwurf des gewerbsmäßige ...

  • Nächstes Companisto-Funding insolvent »

    Nach drei Finanzierungsrunden ist die „Revolution“ von LUUV gescheitert

    Insgesamt 632 Companisten investierten durch qualifiziert nachrangige partiarische Darlehen gut 400.000 Euro in Luuv, dem Erfinder des „revolutionären Kamerastativs solidLUUV“. Zuv ...

Schlimme Bilanz. Im Heft 10/2015 hat die Stiftung Warentest in Finanztest eine große Untersuchung der bisherigen Ergebnisse geschlossener Fonds veröffentlicht. Sowohl bereits aufgelöste Fonds als auch laufende Fonds mit einem Zweitmarktpreis wurden mit deren Prognosen verglichen. Schiffsbeteiligungen, Umweltfonds und Medienfonds lagen fast immer unter ihren Versprechungen aus den ursprünglichen Prospekten. Deutschland-Immobilienfonds waren mit 90 Prozent Zielverfehlung schon die beste Fondskategorie. Über alles haben nur 6 Prozent der Angebote ihre Gewinnprognosen erfüllt oder übererfüllt. Und sogar die harte Linie von einem echten Kapitalverlust wurde von ganz vielen Produkten unterschritten. 57 Prozent der geschlossenen Deutschland-Immobilienfonds, 62 Prozent der Umweltfonds, 81 Prozent der Schiffsbeteiligungen und 96 Prozent der Medienfonds hatten zu diesem Zeitpunkt vor Steuern echte Verluste für ihre Anleger produziert.

Geschlossene Fonds sind in der Vergangenheit nicht gut gelaufen
Quelle: ©alphaspirit - fotolia.com

Loipfinger’s Meinung. Die Deutsche Bank hat im Frühjahr 2016 einen Fonds in der laufenden Platzierungsphase zurückgezogen und damit ein deutliches Ausstiegssignal für die Produktlinie Alternativ Investment Funds (früher geschlossene Fonds) gegeben. Jetzt folgt die zweite Großbank mit einem noch klareren Signal und erklärt den Vertriebsstopp. Am schlimmsten ist die Begründung mit der Reputation. Wenn eine Bank um ihren Ruf bangt und in der heute ertragsarmen Zeit bewusst ein sehr provisionsträchtiges Geschäft auslässt, dann müssen die bisherigen Erfahrungen absolut dramatisch sein. Und was noch entscheidender ist: Auch für die Zukunft hat die Commerzbank offenbar berechtigte Zweifel, dass die heute BaFin-überwachten Alternativ Investment Funds weniger Gefahr für die Reputation darstellen.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...