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Marktanalyse Publikums-AIF 2018
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Insolvenz der V&F Treuhand

Anlegern wurde Rückabwicklung angeboten

10.08.2016 • Seit 1978 bestand die V&F Vermögens- und Finanzierungs-Treuhand AG. In den letzten zehn Jahren wurden über 100 Millionen Euro eingesammelt. Mezzaninekapital für Bauträger und Projektentwickler war die Spezialität des Rosenheimer Unternehmens. Im Herbst 2014 wurde die Immobilien Invest-Zins-Anlage emittiert. 8,5 Prozent Grundverzinsung plus 3,5 Prozent variable Zusatzverzinsung wurden von der V&F Fonds Haus München Verwaltungs GmbH & Co. KG ab 10.000 Euro Anlagebetrag in Aussicht gestellt. Rechtlich handelte es sich um ein Nachrangdarlehen. Deshalb dürften die Investoren schon um ihr Geld gezittert haben, nachdem die beiden Eheleute Rommel überraschend verstorben sind. Sie hinterließen die V&F-Firmen führungslos, so dass ein Notvorstand bestellt werden musste. Schon nach kurzer Zeit stellte der dann Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit für die V&F Treuhand (601 IN 164/16).

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ii-Z-Anlage. Bis zu 20 Millionen Euro sollten mit dem Fonds eingesammelt werden. Die Laufzeit war mit 5 Jahren angesetzt. Verwendet werden sollte das Geld für Investitionen in Bestandsimmobilien oder fertiggestellte Neubauobjekte. Trotzdem wurde eine Verzinsung von bis zu 12 Prozent in Aussicht gestellt. Als Projektpartner fungierten Arbireo Capital und die Dr. Lübke & Kelber GmbH. Der Verkaufsprospekt für das Nachrangdarlehen war mit 80 Seiten im Herbst 2014 sehr umfangreich. Wie man aber mit fertiggestellten Immobilien die angestrebte Rendite zuzüglich der anfänglichen und laufenden Kosten verdienen wollte, konnte der Prospekt nicht verständlich machen.

Das Angebot im Überblick für die ii-Z-Anlage
Quelle: Verkaufprospekt der V&F Treuhand

Rommel. Zentrale Rollen bei der V&F Treuhand-Gruppe hatten die Eheleute Rommel übernommen. Eva Marie Manhalter-Rommel und Peter Rommel verstarben allerdings kürzlich, wodurch in der Firmengruppe Führungslosigkeit eintrat. Zum Notvorstand der V&F Treuhand sowie zum Geschäftsführer der Komplementärgesellschaft V&F Fonds Haus München GmbH wurde der Rechtsanwalt Alexander Großmann bestellt. Der Rechtsanwalt Severin Kiesl ist aufgrund eines Nachlassinsolvenzverfahrens über das Vermögen der verstorbenen Eheleute Rommel zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Da wegen der Führungslosigkeit der Firmengruppe weitere Einnahmen und ausreichende Substanz fehlten, wurde vom Notvorstand für die V&F Treuhand ein Insolvenzantrag gestellt.

Situation Anleger. Darlehensnehmer bei der ii-Z-Anlage ist die die V&F Fonds Haus München Verwaltungs GmbH & Co KG aus München. Bei deren Komplementärin wurde zwischenzeitlich ebenfalls Alexander Großmann als Geschäftsführer bestellt. In dieser Funktion und als Notvorstand der für die Anlegerverwaltung zuständigen V&F Treuhand hat er zwischenzeitlich mit allen Anlegern Kontakt aufgenommen. Ihnen wurde ein Vorschlag auf Rückabwicklung der Darlehen unterbreitet, dem alle Anleger zugestimmt haben. Auf Nachfrage teilte Großmann mit: „Der Mittelverwendungskontrolleur für das bei der Darlehensnehmerin vorhandene Guthaben, das ist die Rödl Treuhand GmbH, Steuerberatungsgesellschaft, bereitet derzeit die Rückabwicklung vor, in der sie auch die Funktion eines Treuhänders für die Anleger übernehmen wird.“

Loipfingers Meinung. Wie viel Geld der verstorbene Peter Rommel mit diesem Nachrangdarlehen eingesammelt hat, ist mir nicht bekannt. Seit 2005 hat er allerdings mit vergleichbaren Produkten über 100 Millionen Euro akquiriert. Der überraschende Tod der Eheleute Rommel hätte für die Investoren des ii-Z-Anlage ein Desaster bedeuten können. Glücklicherweise war das Geld offenbar noch nicht investiert, weshalb der Notvorstand die Rückabwicklung anbieten konnte. Aber unabhängig davon stellte sich auch bei diesem Produkt eigentlich die Frage, wie an ausgewählten Standorten ohne Bau- und Fertigstellungsrisiko eine Verzinsung von 12 Prozent erwirtschaftet werden soll? Vor allem wenn man bedenkt, dass für Vertrieb und Konzeption anfängliche Kosten von 15 Prozent anfielen. Bei 5 Jahren Laufzeit mussten ohne Basis- und Zinseszinseffekt also über 3 Prozentpunkte zusätzlich erwirtschaftet werden. Laufende Kosten und eine nicht taggleiche, dauerhafte Vollinvestition eingerechnet, musste vermutlich grob geschätzt 20 Prozent p.a. mit den Immobilien verdient werden, um den Anlegern 12 Prozent zahlen zu können. Wie können Darlehensgeber ernsthaft glauben, dass solche Investments gerade bei ihnen landen?

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