
Seit Ende 2024 werden fällige Nachrangdarlehen bei der hep opportunity 1 GmbH mit dem Hinweis auf die vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre nicht zurückgezahlt. 2025 kamen weitere Nachrangdarlehen der hep opportunity 2 hinzu. Ganz aktuell bleibt nun auch noch die Rückzahlung einer nicht nachrangigen Anleihe der Konzernmutter hep global GmbH aus. Damit dies keine insolvenzrechtlichen Konsequenzen hat, sollen die Anlegerinnen und Anleger einer Laufzeitverlängerung zustimmen. 18 Monate mehr Zeit will hep so gewinnen. Es ist allerdings fragwürdig, ob den Änderungen der Anleihebedingungen wie vorgeschlagen zugestimmt werden sollte.
hep global Anleihe 2021/2026
Zu 6,5 Prozent lieh sich die hep global GmbH im Mai 2021 insgesamt 25 Millionen Euro mit einer Anleihe für fünf Jahre. Sicherheiten gab es keine. Immerhin war die Emittentin keine Zweckgesellschaft, sondern die Konzernmutter selbst. Vor ein paar Tagen hat hep allerdings darüber informiert, dass die Rückzahlung derzeit an einer noch nicht abgeschlossenen „Gesamtrefinanzierung der Gesellschaft“ scheitern könnte. Sehr nebulös wird von einer vorsorglichen Laufzeitverlängerung gesprochen: „Sollten entgegen den aktuellen Erwartungen die laufenden Finanzierungsgespräche nicht vor dem Rückzahlungstermin in einer Refinanzierungslösung münden, soll durch die Zustimmung der Anleihegläubiger zur Laufzeitverlängerung des Green Bonds 2021/2026 die Zahlungsfähigkeit der Emittentin gesichert werden und bis zu weitere 18 Monate Zeit bestehen, um die Refinanzierungslösung umzusetzen oder eine andere Lösung zu finden.“
Refinanzierung schon länger angestrebt
Anlegerinnen oder Anlegern bei hep opportunity 1 dürften die Ankündigungen zu bald erfolgreichen Refinanzierungsgesprächen bekannt vorkommen (hep zahlt Nachrangdarlehen nicht). Vor über einem Jahr, im Januar 2025, schrieb Thorsten Eitle, die Rückzahlungen von deren Anlagen würden „aus Kaufpreiszahlungen und Refinanzierungen erfolgen“. Im Juni räumte er dann ein, die Rückzahlung werde „spätestens im zweiten Halbjahr 2026“ erfolgen, wobei die Planungen eine Teilzahlung für das vierte Quartal 2025 vorsähen. Auch die Ankündigung einer Teilzahlung im vierten Quartal 2025 auf Basis eines „belastbaren Tilgungsprofils“ hat hep nicht erfüllt und kurz vor Weihnachten letzten Jahres eine Teilzahlung „zu einem signifikant höheren Betrag“ für das erste Quartal 2026 angekündigt. Auch dieser Termin ist inzwischen verstrichen …
Gläubigerversammlung zur Laufzeitverlängerung
Vom 12. bis 14. April [Nachtrag: Dieses Datum wurde nach Redaktionsschluss geändert, weil mit dem ursprünglichen Termin die Fristen nicht eingehalten wurden] findet eine Abstimmung ohne Versammlung zum Green Bond 2021/2026 (ISIN: DE000A3H3JV5) statt. Geändert werden soll in den Anleihebedingungen die Laufzeit, die bisher bis zum 18. Mai 2026 reicht. Falls die Anlegerinnen und Anleger zustimmen, muss die hep global GmbH dann spätestens bis zum 18. November 2027 zurückzahlen. Ein Entgegenkommen in Form eines höheren Zinssatzes ist nicht vorgesehen. Bei einer glaubwürdigen Laufzeitverlängerung könnten außerdem Sicherheiten angeboten werden, wie sie vermutlich auch ein Refinanzierer verlangen wird. Auf Anfrage, warum eventuelle Sicherheiten für einen Refinanzierer nicht den Gläubigerinnen und Gläubigern der Anleihe angeboten werden, die dann bei Rückzahlung an den Refinanzierer übertragen würden, antwortete hep lediglich ausweichend: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu Details der Refinanzierungsverhandlungen aufgrund von Regelungen zur Behandlung von Insiderinformationen laut Marktmissbrauchsverordnung keine Aussagen treffen können.“
Eigentlich tolle Ergebnisse 2025 und 2026
Im Januar 2026 meldete hep ein sehr gutes Geschäftsjahr 2025 und sehr positive Aussichten für 2026 und 2027. Während der Konzernabschluss für das erste Halbjahr 2025 noch mit einem Verlust in Höhe von 6,7 Millionen Euro sehr schlecht ausfiel, soll im zweiten Halbjahr ein regelrechtes Traumergebnis erzielt worden sein. Denn nicht nur der Verlust wurde aufgeholt, sondern insgesamt sollen 12,7 Millionen Euro (EBIT) erwirtschaftet worden sein. Hier ist sogar noch eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung eingeflossen, weshalb sich ein bereinigtes EBIT von 18,3 Millionen Euro ergeben habe. 18,3 Millionen Euro bereinigtes Gesamtjahresergebnis plus 6,7 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr bedeuten rechnerisch rund 25 Millionen Euro Gewinn im zweiten Halbjahr. Ein schier unglaubliches Ergebnis bei einem Umsatz im zweiten Halbjahr von 35 Millionen Euro. Dazu befragt blieb hep sehr unkonkret: „Bei den im Januar kommunizierten Zahlen handelt es sich um vorläufige Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2025. Der Umsatz konnte im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr wie veröffentlicht deutlich verbessert werden. Auch das vorläufige EBIT hat sich vor allem durch Umsätze aus Projektverkäufen signifikant verbessert. Der Konzernabschluss wird gemäß Transparenzverpflichtung des Green Bonds 2021/2026 bis zum 30. Juni 2026 veröffentlicht. Details zu den Inhalten können wir aus rechtlichen Gründen vorab nicht veröffentlichen.“
Alles toll, aber trotzdem keine Rückzahlung
Unabhängig von der Plausibilität der vorläufigen Zahlen sollte hep auch erläutern, warum bei dem sehr guten Ergebnis für 2025 und der geplanten Umsatzverdoppelung sowie deutlichen Ergebnisverbesserung auf 25 bis 30 Millionen Euro im Jahr 2026 kein rechtzeitiger Abschluss der Refinanzierung und damit keine Rückzahlung der Anleihe möglich war. hep verbreitet auch hierzu wenig konkreten Optimismus: „Die Prognose für 2026 bezieht sich auf das Gesamtjahr und inkludiert die geplante Gesamtfinanzierungslösung, an der gerade gearbeitet wird. In den vergangenen Jahren erwirtschaftete der hep global-Konzern den Großteil seiner Gesamtjahreserlöse und -erträge in der zweiten Jahreshälfte, da Projektentwicklungen und -verkäufe üblicherweise im Zeitraum von Juli bis Dezember abgeschlossen werden. Der Green Bond 2021/2026 wird am 18. Mai 2026 fällig. Die Planung, die Anleihe auch nach erfolgter Verlängerung vorzeitig zurückzuzahlen, besteht weiterhin. Aus diesem Grund ist auch die Möglichkeit zur vorzeitigen Rückzahlung vorgeschlagen.“
hep ist nicht gleich hep
Im Oktober des vergangenen Jahres hat Investmentcheck über die unbefriedigenden Ergebnisse bei den hep-Anlageprodukten berichtet („hep: Sonnenenergie mit Schattenseiten“). Um die neuesten Entwicklungen bewerten zu können, sollte Thorsten Eitle eine aktuelle Leistungsbilanz zur Verfügung stellen. Die Antwort darauf überraschte, denn hep ist nicht mehr gleich hep: „Die HEP Kapitalverwaltung AG ist bereits seit Ende 2024 kein Teil des hep global-Konzerns mehr. Da es sich um rechtlich voneinander unabhängige Unternehmen handelt, lassen die Leistungsbilanzen der Investmentfonds der HEP Kapitalverwaltung keine Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage des hep global-Konzerns oder der Muttergesellschaft hep global GmbH zu.“
Loipfinger’s Meinung
hep bleibt sich in einem treu: Die bisher gelebte Intransparenz wird fortgeführt. Ein angeblich nur vorsorglicher Beschluss zur Laufzeitverlängerung bei nicht rechtzeitig abgeschlossenen Refinanzierungsgesprächen wird gleich für 18 Monate gefasst. Viel zu lang, meint auch die SdK zu Recht, und fordert eine kürzere Dauer. hep bietet auch keinen höheren Zinssatz oder irgendwelche Sicherheiten und vertraut offenbar auf die Alternativlosigkeit der Abstimmung. Ein bedenkliches Verhalten, wie es auch der Markt einpreist. Bei einem Kurs von 60 Prozent könnte selbst bei voller Ausnutzung der Laufzeitverlängerung eine jährliche Rendite von fast 50 Prozent erzielt werden. Solche Konditionen sprechen eine deutliche Sprache hinsichtlich der Einschätzung des Emittenten. Ob die geheimen Refinanzierer die Lage tatsächlich so ganz anders als der Markt einschätzen? Wer optimistisch ist, kann mit dem hep-Junk-Bond spekulieren. Vermittlerinnen und Vermittler von hep-Produkten sollten nicht vergessen, auch solche Informationen ihren Anlageinteressierten weiterzugeben.

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