Die Maschen der Anbieter sind unterschiedlich. Bei Unyte Yoga wurde beispielsweise eine fast noch jungfreuliche GmbH mit sechs Millionen Euro bewertet. Auf dieser Premoney-Basis kam das Anlegerkapital hinzu und wurde durch die Verwässerung quasi enteignet. Vermittelt wurde das zwischenzeitlich aufgrund einer Insolvenzeröffnung vermutlich verlorene Geld von Companisto. Genauso wie bei Returbo, der bisher ersten Millionenpleite. 1,09 Millionen Euro wurden eingesammelt und mussten nach gut einem Jahr von den Anlegern abgeschrieben werden.
Insolvenzen sind auch noch bei weiteren Beiträgen das Thema. Holis Market war ebenfalls ein Crowdinvestment, das rund ein Jahr nach Platzierung bereits die Segel streckte. Und das, obwohl mehr als das Dreifache des eigentlich gesuchten Kapital gesammelt wurde. Oder nehmen wir my green Invest. Das war zwar kein Crowdinvestment und es hat länger als ein Jahr überlebt. Das Ergebnis ist aber ähnlich frustrierend für die Anleger. Und das besonders pikante hier: Geschäftsführer war Dr. Alexander Wolf, promovierter Jurist und Rechtsanwalt, der stellvertretender Vorsitzender der AfD Hamburg ist.
Nur indirekt mit Pleiten hat unsere Meldung zur Commerzbank zu tun. Sie hat sich aus „Reputationsgründen“ dazu entschlossen, keine geschlossenen Fonds mehr zu verkaufen. Ein harter Schlag für die Branche und ein Eingeständnis, dass man sich in der Vergangenheit viele Probleme eingekauft hat.
Apropos Probleme: Pflichtlektüre sollte für jeden Anbieter geschlossener Fonds die rechtliche Einschätzung von Dr. Jürgen Machunsky zu nicht nachvollziehbaren Ertragsprognosen sein. Er hat aus verschiedenen höchstrichterlichen Urteilen ganz klar abgeleitet, dass ohne eine nachvollziehbare Prognoserechnung kein zutreffendes und vollständiges Bild einer Anlage möglich ist.
Ansonsten möchten wir an dieser Stelle unseren Lesern eine besinnliche Vorweihnachtszeit ohne allzu viele Hiobsbotschaften und alles Gute für das kommende Jahr wünschen.
Ihr
Stefan Loipfinger
