Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

Ungewisse Zukunft des bsi Sachwerteverbandes

Eingliederung in ZIA wird verhandelt

10.01.2017 • “Verband kommt von verbinden”. Mit diesem Slogan beschreibt sich der bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. auf seiner Homepage als Interessenvertretung der Sachwertinvestmentbranche. Doch im Dezember 2016 bekam der Spruch noch eine ganz andere Bedeutung: Die Mitglieder mussten über eine mögliche Verbindung mit dem ZIA Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. abstimmen. Mangels echter Alternativen haben sie sich dafür ausgesprochen, mit dem ZIA Details einer Eingliederung auszuhandeln.

Weitere Texte

  • UDI bittet Anleger um Geduld »

    Statt sich vorwiegend um Altprobleme zu kümmern will Stefan Keller neue Geschäftsbereiche erschließen

    Der neue UDI-Chef Stefan Keller reagiert auf öffentliche Kritik mit einem zwölfseitigen Interview. Die Fragen stellen ein Medientrainer und sein neuer PR-Berater Klaus Kocks. Folgl ...

  • Anleger werden allein gelassen »

    DMI Deutsche Mikroinvest stellt Betrieb ein

    Die DMI Deutsche Mikroinvest wollte selbst zum führenden Marktplatz für Beteiligungen und Crowdinvesting werden. Daraus wird nichts mehr. Wie sie nun bekannt gab, stellt sie ihren ...

  • BaFin ist offenbar härter als Bundesbank »

    Tagex darf unerlaubte Bankgeschäfte umwandeln

    Die Tagex Technischer Handel GmbH & Co. KG hat im Sommer 2018 einen Verkaufsprospekt für qualifizierte Nachrangdarlehen in Höhe von 6,25 Millionen Euro erstellt. Ebenso wie das Ver ...

  • Einzelfälle oder UDI-typisch? »

    UDI nutzte neues Anlegerkapital, um alte Probleme zu kaschieren

    Auch wenn Georg Hetz sich von seiner UDI weitgehend verabschiedet hat, so werden Fragen aus seiner verantwortlichen Zeit bleiben. Dabei geht es vor allem um das System UDI, das der ...

  • Dramatische Umsatzeinbrüche in 2018 »

    Zuflüsse bei Publikums-AIF und Vermögensanlagen sinken um ein Drittel

    Die Anbieter von Publikums-AIF sowie auch von Vermögensanlagen mussten im vergangenen Jahr dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Bei den BaFin-überwachten Alternative Investmentfo ...

  • Erste Anklageerhebung im Fall P&R »

    Staatsanwaltschaft München vermutet gewerbsmäßigen Betrug

    Ein ungewöhnlich hohes Tempo legt die Staatsanwaltschaft München mit der Klageerhebung gegen Heinz R. vor. Ihm wird im Fall des Containeranbieters P&R der Vorwurf des gewerbsmäßige ...

  • Nächstes Companisto-Funding insolvent »

    Nach drei Finanzierungsrunden ist die „Revolution“ von LUUV gescheitert

    Insgesamt 632 Companisten investierten durch qualifiziert nachrangige partiarische Darlehen gut 400.000 Euro in Luuv, dem Erfinder des „revolutionären Kamerastativs solidLUUV“. Zuv ...

Versammlung. Neben der Einladung zur Mitgliederversammlung wurde vom bsi ausführlich über die Möglichkeiten einer strategischen Neuausrichtung informiert. Zur Wahl stand, weiterhin selbständig zu agieren oder sich in den ZIA einzugliedern. Der Vorstand hat sich im Vorfeld einstimmig für die „Variante des Zusammengehens“ ausgesprochen. Bei der stand-alone-Lösung sah er sich als Spezialverband kurz- bis mittelfristig als zu klein. Der ohnehin schon mehrfach geänderte Verbandsname würde bei erfolgreichen Verhandlungen mit dem ZIA verschwinden. Anbieter von Assets außerhalb der Immobilienbranche müssen sich wohl eine neue Interessenvertretung suchen.

Geschlossene Fonds sind in der Vergangenheit nicht gut gelaufen
Quelle: ©alphaspirit - fotolia.com

Stellungnahmen. ZIA-Pressesprecher Andy Dietrich hat sehr professionell und schnell auf eine Presseanfrage reagiert und eine Stellungnahme geschickt: „Das Thema indirekte Immobilieninvestments spielt seit Gründung unseres Verbands eine große Rolle in unserer Arbeit und wird dies natürlich auch in Zukunft tun. Wir bestätigen, dass wir mit dem bsi über seine zukünftige inhaltliche und strategische Ausrichtung sprechen. Die Gespräche werden ergebnisoffen und in einem vertrauensvollen Verhältnis geführt.“ Auf zweite Nachfrage kam dann auch eine fast wortgleiche Stellungnahme des bsi. Dabei wurde betont, dass Eric Romba in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des bsi Bundesverbandes Sachwerte und Investmentvermögen e.V. geantwortet hat.

Negativentwicklungen. Milliardenverluste der Vergangenheit zerstörten sehr viel Anlegervertrauen. Vertriebe müssen häufig den Kopf für insolvente oder nicht mehr existente Fondsinitiatoren hinhalten. Die Namen früherer Verbandsvorstände lesen sich wie das Who’s Who der größten Geldvernichter. Und wie reagiert der bsi? Er schafft über Jahre mühsam erarbeitete Anlegerschutzstandards einfach ab. Ein Beispiel dafür sind die alten Leistungsbilanzstandards, die durch völlig unzureichende Vorgaben für Performanceberichte ersetzt wurden. Oft diskutierte und zur Beurteilung einer Investition entscheidende Prognoserechnungen werden nicht mehr veröffentlicht. Prospektgutachten von Wirtschaftsprüfern, die die Richtigkeit und Vollständigkeit der Verkaufsprospekte bestätigten, sind nicht mehr vorgeschrieben. Platzierungszahlen wurden zu einem Segmentausschnitt auf ein Du-kannst-uns-schon-glauben-Niveau geschrumpft. Zusammengefasst hat der bsi die Informationstiefe der Unterlagen für interessierte Anleger ins Steinzeitalter zurückkatapultiert.

Loipfinger’s Meinung. Eric Romba ist Rechtsanwalt und kein Visionär. Sein Denken und Arbeiten ist kurzfristig geprägt. Anlegerinteressen und Transparenz sind ihm fremd. So mancher Austritt von Verbandsmitgliedern dürfte auf seine Kappe gehen. Entscheidend wäre es gewesen, ernsthafte und glaubwürdige Branchenstandards zu schaffen und dadurch auch die BaFin sowie den Gesetzgeber weniger zum Handeln zu zwingen. Es wird spannend am Ende zu sehen, welche Interessen bei den Verhandlungen im Vordergrund sehen. Angeblich gibt es schon Einigkeit darüber, dass beim ZIA eine weitere Geschäftsführungsposition eingerichtet wird, die vom bsi besetzt wird.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...