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Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Mehr unerlaubte Geschäfte

Die Finanzaufsicht veröffentlicht deutlich mehr Verstöße

02.10.2018 • Anfangs war es nur ein Gefühl, wonach die von der BaFin verschickten Meldungen über unerlaubte Geschäfte mehr geworden sind. Deshalb hat investmentcheck 197 Fälle der letzten zehn Jahre ausgewertet. Und tatsächlich hat sich die Zahl der Verstöße in den ersten drei Quartalen 2018 bereits dramatisch erhöht. Bleibt die Frage: Gibt es mehr Banditen im Finanzbereich oder schaut die BaFin plötzlich genauer hin?

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Unerlaubte Geschäfte. Wenn zum Beispiel Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis betrieben werden, dann warnt die Aufsichtsbehörde BaFin. Bei unerlaubten Geschäften spricht sie sogar Verbote aus. Das passiert häufig, wenn unerlaubtes Einlagen- oder Finanzgeschäft betrieben wird. Es kann aber auch dran liegen, dass ein Anbieter ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen operiert. Und um eine Einhaltung der Verbote zu gewährleisten, wird öffentlich über solche Fälle berichtet. Interessierte können sich sogar in einen Newsletterverteiler eintragen und bekommen dann solche Meldungen per Mail zugeschickt.

Unerlaubte Geschäfte werden immer mehr
Quelle: Recherche auf bafin.de; Grafik: investmentcheck.de

Häufung. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden bereits 56 solcher unerlaubten Geschäfte öffentlich gemacht. Das sind mehr Fälle, als in 2016 und 2017 zusammen aufgefallen sind. Damals kam es nur zu 23 (2016) beziehungsweise 19 (2017) Beanstandungen. Der bisherige Rekord aus 2015 mit 29 Fällen ist damit schon fast verdoppelt worden. Wenn es in dieser Schlagzahl weiter geht, wird die Finanzaufsicht bis Ende 2018 insgesamt 75 Mal unerlaubte Geschäfte attestieren.

Loipfinger’s Meinung. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, warum plötzlich eine solche Häufung von unerlaubten Geschäften auftaucht. Entweder die Welt wird schlechter und es gibt mehr Banditen im Finanzbereich. Oder die BaFin ist endlich aufgewacht und nimmt den Verbraucherschutz etwas ernster. Für mich wahrscheinlicher ist zweites. Die Kritik durch den Fall P&R zeigt ihre Wirkung. Allerdings ist das alles noch ziemlich homöopathisch. Denn die Namen, denen unerlaubte Geschäfte vorgeworfen werden, kennt fast niemand. Obwohl ich mich ständig und schon sehr lange mit dem grauen Kapitalmarkt beschäftige, sind mir viele der in den Meldungen erwähnten Akteure unbekannt. An die großen Fische traut sich die BaFin offenbar immer noch nicht ran. Aber um es mit Cicero zu sagen: Dum spiro spero. Frei übersetzt: Solange ich atme, hoffe ich.

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