Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Erstes Co-Funding stellt Insolvenzantrag

Bettervest und LeihDeinerUmweltGeld sammelten das Geld

15.12.2017 • Das erste Co-Funding wurde im Juli 2014 geradezu euphorisch beworben: „Das Projekt wird hierbei erstmalig in Deutschland simultan auf zwei der führenden Plattformen für grünes Crowdfunding angeboten.” Patrick Mijnals, Geschäftsführer von bettervest und Johannes Laub, Chef von LeihDeinerUmweltGeld wollten so die Platzierungskraft erhöhen und dadurch größere Projekte ermöglichen. Für Kastner & Callwey Medien aus Forstinning bei München spülte das damals noch stolze 385.000 Euro in die Kasse. Rund 60 Prozent kamen von Bettervest-Anlegern, der Rest über die Plattform von LeihDeinerUmweltGeld.

Weitere Texte

  • Robin Hood der Anleger »

    Rechtsanwalt Schirp reicht Klage gegen die Finanzaufsicht ein

    Dr. Wolfgang Schirp ist realistisch. Er weiß, wie weit das Ziel entfernt ist, das er treffen will. Seit 40 Jahren hat niemand mehr versucht, die Finanzaufsicht wegen Versäumnissen ...

  • P&R-Insolvenzverwalter unter Druck »

    Interessenskonflikte und Schweizer P&R werfen Fragen auf

    Nächste Woche am 17. und 18. Oktober finden die drei großen Gläubigerversammlungen bei P&R statt. Vier Richter(innen), 24 Rechtspfleger(innen) und 36 Justizwachtmeister(innen) sind ...

  • Mehr unerlaubte Geschäfte »

    Die Finanzaufsicht veröffentlicht deutlich mehr Verstöße

    Anfangs war es nur ein Gefühl, wonach die von der BaFin verschickten Meldungen über unerlaubte Geschäfte mehr geworden sind. Deshalb hat investmentcheck 197 Fälle der letzten zehn ...

  • BaFin war mal wieder untätig »

    15 Millionen Euro für Kebap-Läden verbrannt

    Zwei Absolventen der renommierten Otto Beisheim School of Management gründen ein Unternehmen in den USA, um dort den in Deutschland beliebten Döner salonfähig zu machen. Nach ein p ...

  • Einige Crowd-Pleiten der letzten Wochen »

    Die Ausfälle werden mehr und niemanden interessiert‘s

    Große Ziele haben sie alle. Manche wie Cringle, deren Bezahl-App den Bankenmarkt aufrollen sollte, wollten geradezu revolutionär sein. Notwendiges Kapital sammelten Crowd-Plattform ...

  • Genugtuung und neue Ängste bei P&R »

    P&R-Gründer in U-Haft – Steuerprobleme eines Anlegers

    Seit Wochen müssen die 54.000 Investoren von P&R reihenweise Hiobsbotschaften ertragen. Die aufgestaute Wut auf die Verantwortlichen ist mittlerweile gigantisch. Zumindest etwas ge ...

  • Wichtige Initiative »

    Neue Kampagnen-NGO im Finanzbereich

    Dr. Gerhard Schick ist seit 2007 finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag und hat zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses gewirkt. Doch damit ist ...

Angebot. Das Crowdfunding finanzierte im Jahr 2014 die Umsetzung von Investitionen für ein „weitgreifendes Energiekonzept“. Konkret ging es um eine neue Beleuchtung und eine Photovoltaikanlage. Den Anlegern wurde für ihr Investment eine Rendite von 7,4 Prozent bei einer Laufzeit von sieben Jahren versprochen. Angeblich ging des dem Unternehmen damals sehr gut: „KCM erwartet für das Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von rund 8,5 Mio.€, einen EBIT von ca. 840.000€, einen EBITA von ca. 1,2 Mio.€ und einen Jahresüberschuss von ca. 600.000€.“ Warum so ein Unternehmen aber Anleger um Geld für eine PV-Anlage und ein paar LED-Lampen bitten musste, wurde nicht beantwortet. Übrigens: Am Ende des Geschäftsjahres per 31. März 2015 lag der Bilanzgewinn bei mageren 41.000 Euro.

Auf die erfolgreiche Platzierung folgte eine bittere Insolvenz
Quelle: Screenshot von der Homepage bettervest.de

Insolvenzantrag. Am 11. Dezember 2017 entschied das Amtsgericht München über eine vorläufige Insolvenzverwaltung (Aktenzeichen 1508 IN 3314/17). Der Geschäftsführer Bernhard Schretzmaier war für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Patrick Mijnals von bettervest erklärte hingegen einen Einbruch bei den Aufträgen als Ursache für den Insolvenzantrag. Seine Anleger sind bereits informiert und wissen Bescheid, dass es sehr unwahrscheinlich ist, von ihren nachrangigen Forderungen im Insolvenzverfahren noch etwas zurück zu erhalten.

Loipfinger’s Meinung. Insolvenzen sind etwas normales im Geschäftsleben und können immer passieren. Allerdings stellt sich schon die Frage, warum ein vor drei Jahren angeblich noch extrem profitables Unternehmen Geld von Crowdinvestoren einsammelt, um unter anderem ein paar LED-Lampen zu finanzieren. Ein super günstiger Zinssatz kann nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein. Nach Kosten 7,4 Prozent für sieben Jahre Laufzeit waren 2014 kein Schnäppchen. Für die 251 Investoren stellt sich deshalb die Frage, ob ihnen damals etwas verschwiegen wurde.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...