Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Sauschwach statt Saustark

Insolvenzantrag eines Seedmatch-Fundings

09.01.2017 • Saustark Design als Firmenname sollte das Design der Ikea Sitzmöbelbezüge beschreiben. Für 120 Ikea-Modelle konnten die Kunden individuelle Bezüge aus über 150 Stoffen auswählen. Doch die als “schlankes, effizientes & risikominimiertes Businesmodel” beschriebene Idee ist gescheitert, obwohl sogar zwei Mal Geld bei Investoren gesammelt wurde. Zuerst Mitte 2013 rund 155.000 Euro als Frühphasenfinanzierung zum Ausbau der Produktpalette, für gezielte Marketingmaßnahmen, zur Prozessoptimierung und Optimierung der Webseite. Zwei Jahre später sollte mit einem Fundingziel von 150.000 Euro die Bekanntheit gesteigert und die „weltweite Internationalisierung“ vorangetrieben werden. Doch schon das klappte nur bedingt, denn das Fundingziel wurde mit 80.000 Euro von 107 Investoren nicht erreicht.

Weitere Texte

  • Neues BFH-Urteil könnte P&R-Anlegern helfen »

    Ein Kommentar von Hartmut Göddecke, Fachanwalt für Steuerrecht

    Oft tritt das Finanzamt nach dem Scheitern einer Kapitalanlage an Anleger heran und stellt Forderungen. Beim P&R-Skandal könnte möglicherweise – nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) a ...

  • Rund 2,5 Milliarden Euro vernichtet »

    Eine Million P&R-Container sind verschwunden

    Gut acht Wochen nach den ersten Insolvenzanträgen haben sich nun die vorläufigen Insolvenzverwalter und die Staatsanwaltschaft München gleichzeitig zu Wort gemeldet. Dieses vermutl ...

  • P&R: Mieteinnahmen ohne Eigentumsübergang? »

    Ein Kommentar von Rechtsanwältin Corinna Ruppel, LL.M.

    Vieles wurde bereits geschrieben zur Frage des Eigentumserwerbs an den Containern. Es verfestigt sich hier immer mehr der Eindruck, dass trotz Abschluss eines Kaufvertrages die mei ...

  • Falsche Eigentumszertifikate »

    Teure P&R-Neucontainer sind teilweise uralt

    Rund 5.000 der 54.000 P&R-Anleger haben Eigentumszertifikate für die von ihnen erworbenen Standardboxen. Doch den mühsamen Check, was sich hinter den einzelnen Containernummern tat ...

  • Weit über 50.000 falsche Steuererklärungen? »

    P&R-Anleger erwartet Stress mit dem Finanzamt

    Steuermotive waren schon immer eine starke Triebfeder bei Geldanlagen. Auch P&R hat Steuervorteile in Aussicht gestellt. Doch das war immer an die Bedingung gekoppelt, dass die Anl ...

  • P&R – Eigentum und Eigentumszertifikate »

    Ein Kommentar von Rechtsanwalt Dr. Jürgen Machunsky

    Zurzeit drehen sich viele Fragen der P&R Anleger um das Eigentum an den Containern und die Bedeutung der Eigentumszertifikate und der Registernummern. Die Eigentumszertifikate habe ...

  • Haftet die BaFin im Fall P&R? »

    Erste Anwaltskanzlei prüft Ansprüche

    Das Versagen der BaFin im Fall P&R ist offenkundig. 400 Millionen Euro Anlegerkapital wurden in 2017 mit Verkaufsprospekten eingesammelt, die von der BaFin so nicht gestattet werde ...

Goodies. Um Investoren zusätzlich zu locken, wurden so genannte Goodies versprochen. Wer mindestens 250 Euro investierte, erhielt einen Gutschein über 30 Euro. Ab 500 Euro Investment gab es schon 100 Euro Gutschein und ab 1.000 Euro dann 200 Euro, einlösbar auf das gesamte Sortiment. Doch Seedmatch als Fundingplattform konnte ihre Investoren nur begrenzt überzeugen. Im Frühjahr 2015 musste die Geldakquise um weitere 60 Tage verlängert werden.

Bezüge für Ikea-Polstermöbel konnten nicht überzeugen.
Bild: Homepage www.saustarkdesign.com vom 9. Januar 2017

Insolvenzantrag. Anfang Januar 2017 wurde der Beschluss des Amtsgerichts München veröffentlicht. Unter dem Aktenzeichen 1513 IN 3791/16 eröffnete sie das Insolvenzverfahren gegen die Saustark Design GmbH: „Zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen (§ 21 Abs. 1 und 2 InsO) wird am 30.12.2016 um 12:00 Uhr vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, § 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 InsO. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird bestellt: Rechtsanwalt Ivo-Meinert Willrodt, Barthstraße 16, 80339 München.“

Loipfinger’s Meinung. Der im September 2016 als Geschäftsführer ausgeschiedene Betriebswirt Florian Hoffstaedter und die Architektin Marie-Helen Hoffstaedter haben die Umsätze von Ikea Polstermöbel hochgerechnet und ein Marktpotenzial für ihre Bezüge in Milliardenhöhe vorgerechnet. Angeblich würden 25,3 Millionen Polstermöbel von Ikea in Deutschland herumstehen. Noch merkwürdiger ist allerdings, dass vor dem zweiten Funding im 4. Quartal 2014 bereits ein positives Ergebnis erzielt wurde. In einem Update wurde für das 1. Quartal 2015 ein erfolgreicher Verlauf über Plan vermeldet und der März 2015 war mit einem deutlichen Wachstumsplus ein „Rekordmonat“. Angesichts des Insolvenzantrages nur eineinhalb Jahre später scheinen solche Erfolgsmeldungen schon irgendwie gekünstelt.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...