Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Vertriebsstopp aus Reputationsgründen

Commerzbank verkauft keine geschlossenen Fonds mehr

08.11.2016 • Es sind in erster Linie Reputationsgründe, warum die Commerzbank seit 1. Oktober 2016 den Vertrieb geschlossener Fonds im Privatkundengeschäft komplett eingestellt hat und laut der Pressesprecherin Marion Denner bewusst auf Erträge verzichtet. Das sagt viel über die Ergebnisse der Vergangenheit aus. Denn Angst um seine Reputation muss eine Bank nicht haben, wenn die Produkte eine zufriedenstellende Performance ausweisen würden. Und es sagt viel über die Zukunft aus: Die Commerzbank glaubt offenbar nicht, dass die BaFin-Überwachung bei der Produktqualität etwas verändert.

Weitere Texte

  • Vogelfreier Freiherr »

    Ist Freiherr von Gregory mit Anlegergeld ausgeflogen?

    Am 22. September 2016 hat Franz Freiherr von Gregory einen Verkaufsprospekt für Genussrechte im Gesamtwert von 30 Millionen Euro unterschrieben. Die BaFin hat das Anlagemodell ohne ...

  • Privatinsolvenz von Heinz Roth »

    P&R-Insolvenzverwalter Jaffé hat für Heinz Roth einen Insolvenzantrag gestellt

    Auf 700 Millionen Euro hat Michael Jaffé in den Insolvenzgutachten den durch Heinz Roth in seiner Zeit als Geschäftsführer der P&R-Gesellschaften entstandenen Schaden beziffert. Da ...

  • Unmoralischer Veteran »

    Zweifelhafte vorbörsliche Aktienplatzierung bei PREOS Real Estate AG

    Der von Thomas Olek geplante Börsengang der Münchner Immobilien Center AG ist gescheitert. Jetzt plant er ein ähnlich fragwürdiges Spiel mit der PREOS Real Estate AG. Über die Olek ...

  • Wacht der Tiger langsam auf? »

    Die BaFin hat 3 weitere Fälle fehlender Verkaufsprospekte veröffentlicht

    Im Juni 2018 hat die Finanzaufsicht BaFin erstmals ein Vertriebsverbot wegen einem fehlenden Verkaufsprospekt ausgesprochen. Damals traf es die Agriterra mit ihrer „OrangenRENTE“. ...

  • P&R-Gründer bezwungen »

    Der Insolvenzverwalter kann endlich auf die Schweizer P&R zugreifen

    Der in Untersuchungshaft sitzende Heinz R. hat offenbar seinen Widerstand aufgegeben. Wie Michael Jaffé, Insolvenzverwalter der deutschen P&R-Gesellschaften heute mitteilte, hat er ...

  • Problemhäufung bei UDI »

    Forderungsausfälle und ein nicht zurückgezahltes Nachrangdarlehen

    Kürzlich feierte die UDI 20-jähriges Jubiläum. 540 Millionen Euro hat der Nürnberger Anbieter in dieser Zeit bei 17.200 Anlegern eingesammelt. Das Geld floss in Windkraft-, Biogas- ...

  • In Zug zieht es »

    Schweizer Staatsanwaltschaft ist nun auch in Sachen P&R aktiv

    Nachdem seit Monaten die Staatsanwaltschaft München I mit einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe „Container“ ermittelt, ist nun auch die Schweizer Staatsanwaltschaft aus Zug aktiv ...

Schlimme Bilanz. Im Heft 10/2015 hat die Stiftung Warentest in Finanztest eine große Untersuchung der bisherigen Ergebnisse geschlossener Fonds veröffentlicht. Sowohl bereits aufgelöste Fonds als auch laufende Fonds mit einem Zweitmarktpreis wurden mit deren Prognosen verglichen. Schiffsbeteiligungen, Umweltfonds und Medienfonds lagen fast immer unter ihren Versprechungen aus den ursprünglichen Prospekten. Deutschland-Immobilienfonds waren mit 90 Prozent Zielverfehlung schon die beste Fondskategorie. Über alles haben nur 6 Prozent der Angebote ihre Gewinnprognosen erfüllt oder übererfüllt. Und sogar die harte Linie von einem echten Kapitalverlust wurde von ganz vielen Produkten unterschritten. 57 Prozent der geschlossenen Deutschland-Immobilienfonds, 62 Prozent der Umweltfonds, 81 Prozent der Schiffsbeteiligungen und 96 Prozent der Medienfonds hatten zu diesem Zeitpunkt vor Steuern echte Verluste für ihre Anleger produziert.

Geschlossene Fonds sind in der Vergangenheit nicht gut gelaufen
Quelle: ©alphaspirit - fotolia.com

Loipfinger’s Meinung. Die Deutsche Bank hat im Frühjahr 2016 einen Fonds in der laufenden Platzierungsphase zurückgezogen und damit ein deutliches Ausstiegssignal für die Produktlinie Alternativ Investment Funds (früher geschlossene Fonds) gegeben. Jetzt folgt die zweite Großbank mit einem noch klareren Signal und erklärt den Vertriebsstopp. Am schlimmsten ist die Begründung mit der Reputation. Wenn eine Bank um ihren Ruf bangt und in der heute ertragsarmen Zeit bewusst ein sehr provisionsträchtiges Geschäft auslässt, dann müssen die bisherigen Erfahrungen absolut dramatisch sein. Und was noch entscheidender ist: Auch für die Zukunft hat die Commerzbank offenbar berechtigte Zweifel, dass die heute BaFin-überwachten Alternativ Investment Funds weniger Gefahr für die Reputation darstellen.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...