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holis market ist insolvent

Franchise-System für Lebensmittel ohne Verpackung ist gescheitert

02.11.2016 • Es ging ums Ganze, zumindest um die Ganzheitslehre. Auf Griechisch ist das der Holismus, weshalb Franz Seher und Gerald Ninaus ihren Lebensmittelmarkt ohne Verpackungen holis market nannten. Eine schöne Idee, die aber in der Praxis nicht funktionierte. Zwischenzeitlich musste Insolvenz angemeldet werden und das bei Anlegern von Green Rocket eingesammelte Kapital dürfte komplett verloren sein. Wie Peter Garber von Green Rocket auf Nachfrage mitteilte, wurden von 207 Personen insgesamt 170.100 Euro investiert.

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Insolvenzursache. Laut dem Wiener Kreditschutzverband von 1870 wurde von holis market folgende Begründung für die Pleite angegeben: „Als Hauptursache der Zahlungsunfähigkeit gibt die Geschäftsführung an, dass der Standort geographisch für einen Lebensmittelhändler nicht optimal ist. Auch soll die Örtlichkeit aufgrund nicht ausreichender Kühlmöglichkeiten unpassend sein. Dazu kamen auch noch Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Im Endeffekt waren die Einnahmen für das ambitionierte Projekt zu gering um die hohen Kosten zu decken.“

Wenigstens informiert Green Rocket transparent über die Insolvenz ihres Investments
Quelle: Homepage-Auszug von Green Rocket

Kapitaleinwerbung. Wer als Investor die Insolvenzursachen liest und ein Jahr zurückdenkt, der kann sich vermutlich nicht daran erinnern, von diesen Problemen gehört zu haben. Vielmehr hieß es damals: „Der erste Markt in Linz, eröffnet seit 1. September 2015 […] erfüllt vom Start weg die großen Erwartungen der Kunden an eine völlig andere Form des Einkaufens.“ Die Vision war ein großes Franchise-System: „Ein gesundes Wachstums mittels Franchise-Strategie war dabei von Anfang an geplant und zeigt sich im abgestimmten Interior und Design, als auch in der Kompetenz bei der Individualiserung der involvierten IT-Systeme (Kassen- und Waagensystem, Kundenkartensystem, Online Rezeptbox Shop etc.).“ Und damit das alles realistisch erschien, wurde mit der bekannten Zotter Holding als Gesellschafter eine Schokoladengröße ins Spiel gebracht.

Loipfinger’s Meinung. Eine interessante Idee, die offenbar stümperhaft umgesetzt wurde. Ein nicht optimaler Standort, fehlende Kühlmöglichkeiten (!) und Probleme bei der Mitarbeiterakquise sind peinliche Insolvenzgründe. Angeblich hätten bereits 50.000 Euro gereicht, um das Franchise-Konzept voranzutreiben. Das war zumindest die Fundingschwelle. Am Ende reichten 170.000 Euro nicht aus, um nicht einmal ein Jahr zu überleben. Da muss sich auch Green Rocket als Crowd-Funding-Plattform die Frage gefallen lassen, ob sie bei der Vertriebsfreigabe schlampig vorgegangen sind. Und auch wenn es am Ende nun keine Rolle mehr spielt, muss die Unternehmensbewertung von 800.000 Euro, die als Basis für die Anlegerbeteiligung über das Partiarische Nachrangdarlehen herangezogen wurde, stark in Frage gestellt werden.

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