News

Verschwundenes Gold

Vom RelaXXbonusplan zum Alptraum

20.10.2016 • Der Relaxxbonusplan von der GOLDprofessionell AG unschlagbare Vorteile bieten. „Einfach & Einzigartig“ sollte er sein. Eine inflationsgeschützte Vermögensbildung mit Wertbeständigkeit wurde versprochen. Gelagert werden sollte alles in Hochsicherheitstresoren in der Schweiz. Lager-, transport- und versicherungskostenfrei! Eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Und jetzt befindet sich das Unternehmen mit Sitz in Zürich laut Informationen der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA in Liquidation. Wenn die Gläubiger keinen Kostenvorschuss in Höhe von 135.000 Schweizer Franken leisten, wird das Konkursverfahren eingestellt.

Weitere Texte

  • Exporo: Noch einmal Glück gehabt »

    Definition der 2,5 Millionen-Obergrenze geändert

    Bis zu 935.000 Euro wollte Exporo mit dem Funding der Oberheidkamper Straße einsammeln. Und nach den letzten Platzierungserfolgen wäre das der Immobilien-Crowd-Plattform Exporo mit ...

  • Warum wird das VIB versteckt? »

    Finnest rät zu Informationsverweigerung

    Investmentcheck verfolgt das Ziel, die Transparenzbereitschaft der Anbieter von Vermögensanlagen zu testen. Bestimmte Informationen werden von seriösen Anbietern auf freiwilliger B ...

  • Nicht mal bis drei zählen »

    Immofunding mit 6-seitigem VIB

    Nicht immer schafft es der Gesetzgeber, seine Vorgaben wirklich eindeutig zu formulieren. Der erste Satz von Paragraph 13 Absatz 2 des Vermögensanlagengesetzes ist allerdings absol ...

  • Fragwürdige Mietunterdeckungen bei P&R »

    Wie wichtig ist das Neugeschäft?

    Seit Jahresanfang greift eine Prospektpflicht für Direktinvestments nach Vermögensanlagengesetz. Beim Marktführer P&R liefern die umfangreichen Informationen einige sehr interessan ...

  • Unterschätzte Informationspflichten bei Vermögensanlagen »

    Eine rechtliche Einschätzung durch Rechtsanwalt Dr. Jürgen Machunsky

    Der Anlegerschutz in Deutschland hat den mündigen und rational handelnden Verbraucher als Ziel, der seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und ohne staatliche Bevormundung ...

  • Nachbohren beim Bohrerhof »

    Braucht Deutschland solche Kapitalanlagen?

    Mitte Februar hat die Bohrerhof GmbH eine Bekanntmachung gemäß Vermögensanlagengesetz vorgenommen. Sie will Geld mit einem qualifizierten Nachrangdarlehen für ein Landhotel einsamm ...

  • Vorsicht bei Werbung von Metropol Immobilien »

    Werbebroschüre nur mit Genehmigung weiterleitbar

    Zwölf DIN-A4-Seiten umfasst der Werbeflyer für ein Nachrangdarlehen der Metropol Immobilien GmbH. Der Inhalt ist höchst fragwürdig und dürfte in verschiedenen Punkten gegen das Ver ...

Rechtsanwalt Korisek. Der in Wien ansässige Rechtsanwalt Julian Korisek hat in einer Gläubigerinformation mitgeteilt, dass laut Konkursliquidator erheblich weniger Edelmetallbestände vorhanden sein sollen, als dies zu erwarten gewesen wäre. Betroffen sein sollen auch Gläubiger der in Salzburg ansässigen GOLDprofessionell Austria GmbH sowie der GOLDprofessionell Ltd. aus Birmingham, Großbritannien.

Die Homepage ist nicht mehr abrufbar. Früher wurden offenbar nicht erfüllbare Versprechen verbreitet
Quelle: www.relaxxbonusplan.com aus 2014

Werbung. Laut früheren Informationen auf der Homepage des Anbieters, sollte der RelaXXbonusplan “ein Edelmetall-Ankaufsplan mit einer Laufzeit von 6 Jahren” sein. Die GOLDprofessionell AG sollte im Auftrag des Kunden „Monat für Monat zu einem vereinbarten Beitrag Gold oder Silber“ erwerben, „welches bis zur Auslieferung in Hochsicherheitstresoren gelagert wird“. Um das Angebot besonders zu machen, durfte jeder Kunde maximal 100 Euro pro Monat in Gold und weitere 100 Euro in Silber investieren. Durch angeblich große Mengenabnahmen, einer strengen Einkaufspolitik und „geringer Kostenstruktur bei Verwaltung und Abwicklung“ konnte dem Kunden laut Werbeaussagen ein Bonus von 9,5 Prozent gewährt werden.

Loipfinger’s Meinung. Zu schön um Wahr zu sein! Eigentlich muss zu solchen Angeboten nicht mehr gesagt werden. Obwohl der Goldmarkt so professionell ist, dass selbst bei größten Mengen keine Einkaufsvorteile in der versprochenen Größenordnung möglich sind, sollen angeblich 2.700 Anleger auf die Versprechen vertraut haben. In Kombination mit kostenloser Verwahrung und Versicherung ist das Angebot komplette Utopie. Oder es lagen die nicht näher bezifferten Einkaufspreise für die Kunden so exorbitant über dem Markt, dass darin dann alles einkalkuliert wurde. Egal wie: Solche Versprechen sollten mit gesundem Menschenverstand als Scharlatanerie erkannt werden.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...