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Blamage für die Deutsche Bank

Groß angekündigter Fonds wird wieder vom Markt genommen

22.06.2016 • Über Zielfonds wollte die Deutsche Bank in Immobilien, Infrastrukturanlagen und Transportmittel investieren. Auf 152 Prospektseiten wurden die Investments von allen Seiten beleuchtet. Die Rechtsform als Investment-Aktiengesellschaft sollte Zeichen setzen. 100 Millionen Euro Anlegerkapital sollten es werden. Bis 250 Millionen Euro wurde in den Bedingungen schon Luft nach oben eingeräumt. Doch es kam ganz anderes: Nach kurzer Zeit wurde die „Deutsche Invest Reale Werte“ wieder vom Markt genommen. Eine Blamage für die in Köln ansässige DB Private Equity GmbH, die als KVG verantwortlich ist.

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Begründung. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte auf Nachfrage von Investmentcheck die Entscheidung so: „Vor dem Hintergrund des bisherigen geringen Absatzes für der DEUTSCHE INVEST Reale Werte geschl. Inv. AG haben wir uns entschieden, den aktiven Vertrieb einzustellen. Auf Grund des bisherigen Platzierungsverlaufes mussten wir davon ausgehen, dass ein für die Anlage sinnvolles Investitionsvolumen nicht im vorgesehenen Platzierungszeitraum eingeworben werden kann. Die Entscheidung, den Vertrieb dieses Produkts einzustellen, bedeutet aber keine grundsätzliche Entscheidung gegen diese Produktlinie. Wir werden unseren Kunden auch in Zukunft den Zugang zu diesen Anlagemöglichkeiten bieten.“

Nüchterner Text auf dem Verkaufsprospekt
Quelle: Ausschnitt des Prospektcovers

Spekulation. Schon seit Monaten wird über den geplanten Personalabbau bei der Deutschen Bank berichtet. Knapp ein Drittel der 723 Filialen sollen geschlossen werden. Erst heute berichtete die Deutsche Presse-Agentur, man sei kurz vor Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Vielleicht erfahren die Deutschbanker also noch diese Woche, wer sich demnächst einen neuen Arbeitgeber suchen kann. Das ist allerdings nur ein Auszug davon, wie die Stimmung in Deutschlands größter Bank derzeit ist. Es ist nur zu verständlich, wenn in dieser Situation nicht mit Euphorie und Begeisterung neue Produkte verkauft werden. Deshalb lag es wohl weniger am mangelnden Kundeninteresse, sondern mehr an internen Hindernissen.

Investmentcheck-Meinung. Bei Produkten ohne wesentliche Steuerkomponente wäre es an der Zeit, ernsthaft über die Investment-AG nachzudenken. Das Kapitalanlagegesetzbuch lässt die Kommanditgesellschaft und die Aktiengesellschaft zu. Die Fungibilität ist bei einer AG einfach leichter zu bewerkstelligen als bei einer Kommanditgesellschaft. Vor allem deshalb ist es Schade, dass die Deutsche Bank den Versuch der Etablierung einer neuen Rechtsform scheitern ließ. Hoffentlich hat das die Chance dafür nicht nachhaltig beschädigt. Und noch etwas sollten nicht nur die Fondskonzeptionäre der Deutschen Bank akzeptieren: Die Widerstände von Kunden bezüglich Blind-Pools sind wie schon vor KAGB-Zeiten enorm. Warum konzipieren Anbieter – vor allem die mit bonitätsstarkem Gesellschafterhintergrund – nicht wieder mehr Angebote mit konkreten Objekten?

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